Dienstag, 11. Februar 2020 11:02 Uhr

"Sabine" wütet weiter in Wäldern in NRW - Wälder in den nächsten Tagen nicht betreten

NRW (red). Der Orkan ist nach Warnungen des Deutschen Wetterdienstes noch nicht vorbei. Die bis Dienstag erwarteten Windgeschwindigkeiten reichen weiterhin aus, in den angeschlagenen Wäldern Bäume zu entwurzeln und schwere Äste herabstürzen zu lassen. Wald und Holz NRW warnt daher dringend davor, die Wälder in den nächsten Tagen zu betreten. 

Der Orkan hat mit Böen von über 130 km/h überall im Land tausende Bäume entwurzelt und abgeknickt. Eine genaue Erhebung der Schäden kann erst in den nächsten Tagen erfolgen. Die Forstleute von Wald und Holz NRW konzentrieren sich zunächst darauf umgestürzte Bäume von Waldwegen zu räumen. Das ist die Voraussetzung um in die Wälder zu gelangen und die Orkanschäden zu erheben. Orkanholz zu beseitigen ist eine der gefährlichsten Aufgaben im Wald und muss daher von Fachleuten besonders Umsichtig und ohne Zeitdruck erfolgen. In einigen Höhenlagen wie zum Beispiel im Kurkölnischen Sauerland konnten sich die Forstleute von Wald und Holz NRW noch gar kein aktuelles Lagebild verschaffen, weil weiterhin Orkanböen über die Wälder fegen, die jeden Aufenthalt in der Nähe des Waldes unmöglich machen.

Nach ersten Einschätzungen anderer Regionalforstämter wie Rhein Sieg Erft, Rureifel - Jülicher Börde, Oberes Sauerland und Märkisches Sauerland hat der Winterorkan Sabine deutlich geringeren Schäden angerichtet, als die Stürme Friederike und Kyrill, die in den Jahren 2007 und 2018 mehrere Millionen Bäume entwurzelt haben. Die Schäden durch Winterorkan Sabine sind voraussichtlich nicht so dramatisch, weil die vorangegangenen Orkane die labileren Standorte bereits abgeräumt haben.

Orkan Sabine hat die Wälder in NRW in einem denkbar schlechten Zustand getroffen. Die oberen Bodenschichten sind durch den Regen der letzten Wochen weich und geben den flachwurzelnden Fichten wenig Halt. Besonders problematisch: Viele Bäume sind durch zwei Jahre Dürre und Borkenkäfer geschwächt. Durch Millionen abgestorbener Bäume sind große Kahlflächen entstanden. Die neu entstandenen Waldränder sind instabil und haben Orkan Sabine viel Angriffsfläche geboten. Dort hat es auch die meisten jetzt schon erkennbaren Windwürfe gegeben. 

Viele Schäden werden erst in den nächsten Wochen und Monaten sichtbar. Winterorkan Sabine hat kräftig an den Bäumen gerüttelt, was dazu führt das zahlreiche Feinwurzeln der Bäume abreißen. Gesunde Bäume kommen damit einigermaßen zurecht. Für geschwächte und geschädigte Bäume kann dies das Todesurteil sein. 

Wegen der nach wie vor großen Gefahr durch umstürzende Bäume und herbfallende Äste wurden Rangerwanderungen im Regionalforstamt Nationalpark Eifel und in Südwestfalen für die nächsten Tage abgesagt. Wald und Holz NRW bittet dringend darum, die Wälder in den nächsten Tagen nicht zu betreten. Für die Räumarbeiten wird es in den nächsten Wochen zahlreiche kurzfristige Wegsperrungen geben. Diese Absperrungen sind unbedingt zu respektieren. Im Bereich der Fällarbeiten herrscht Lebensgefahr.

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