Blomberg (red). Wieder ein Mittwoch, wieder ein Auswärtsspiel, wieder die Alsco HBF: Die HSG duellierte sich am Mittwochabend in der Paul-Horn-Arena mit den TUSSIES aus Metzingen. Im zweiten Spiel der Rückrunde konnten die Gäste aus Blomberg den nächsten Auswärtssieg beim 19:32 (8:12) einfahren. Erfolgreichste Torschützin der Blombergerinnen war Nieke Kühne mit zehn Treffern.
Torarme Halbzeit in Tübingen
Das Drama ohne Happy End in Lemgo lag hinter der HSG. Steffen Birkner setzte im dritten Bundesliga-Auswärtsspiel in Folge auf Lara Lepschi, Ona Vegué, Nieke Kühne, Elín Magnúsdóttir, Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu und Maxi Mühlner. Neben Marie Michalczik, Amber Verbraeken und Judith Tietjen fehlte auch Malin Sandberg. Dafür rückte – wie schon in der Vorwoche in Buxtehude – Ruslana Litvinov in den Bundesligakader. Bei den TUSSIES startete Trainerin Miriam Hirsch unter anderem mit Selina Lindemann, die sich im Hinspiel an der Ulmenallee mit sechs Treffern ausgezeichnet hatte, sowie mit der ehemaligen Blombergerin Nele Franz.
Lepschi eröffnete die Partie des 13. Spieltags direkt mit einer Parade gegen Gabriela Bitolo. Im ersten Angriff folgte jedoch ein technischer Fehler von Elín Magnúsdóttir, sodass der Ballbesitz erneut wechselte. Auch nach drei Minuten blieb die Begegnung torlos, da Lepschi doppelt nachlegte: Zunächst parierte sie den Siebenmeter von Lindemann, anschließend den Gegenstoß von Bitolo. Doch auch die Gäste blieben zunächst ohne Treffer.
Erst nach fünf Minuten erzielte Mühlner nach einem Gegenstoß das 1:0, nachdem Vegué zuvor nur die Latte getroffen hatte. Hübner glich aus, doch Kühne brachte die HSG mit einem Heber erneut in Führung. Das Spiel blieb auf beiden Seiten fehlerhaft und von Abstimmungsproblemen geprägt. Nun belohnten sich die Gäste jedoch: Díana Magnúsdóttir setzte sich im Eins-gegen-eins durch, ehe Mühlner erneut per Gegenstoß traf. Die Blomberger Defensive reagierte aufmerksam auf die Anpassungen der Gastgeberinnen, scheiterte beim nächsten Ballgewinn aber an Torhüterin Marie Weiss.
Nach zehn Minuten nahm Hirsch beim Stand von 1:4 ihre erste Auszeit. Auch danach blieb die Partie torarm. Bitolo erzielte das zweite Metzinger Tor, während Vegué ihren zweiten Siebenmeter an das Aluminium setzte. Nach einem weiteren technischen Fehler der Gastgeberinnen traf Kühne erneut und zog zusätzlich eine Zeitstrafe. In Überzahl agierte die HSG-Defensive weiter stabil und ließ nach 15 Minuten erst zwei Gegentore zu.
Beide Teams leisteten sich weiterhin viele Ballverluste. Jacobsen, zwischenzeitlich im Rückraum eingesetzt, bereitete Vegués Treffer zum 6:2 vor. Trotz Birkners Auszeit fehlte der HSG die letzte Konsequenz, sodass Metzingen wieder auf zwei Tore herankam. Vegué stellte per Siebenmeter den Abstand wieder her. Lepschi glänzte weiterhin mit starken Paraden und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Gäste mit einer 12:8-Führung in eine torarme erste Halbzeit gingen.
Eiskalte HSG in Hälfte zwei
Wenige Sekunden nach Wiederanpfiff kam Kühne zum Zug und erzielte prompt das erste Tor der zweiten Hälfte. Doch auch die TUSSIES ließen nicht lange auf sich warten und stellten den Vier-Tore-Abstand wieder her. Kühne machte jedoch unbeirrt weiter, traf zwei weitere Male und erhöhte den Vorsprung erstmals auf fünf Treffer. Lepschi blieb auch in der zweiten Halbzeit ein sicherer Rückhalt und zeigte die nächste Parade gegen Hübner vom Kreis.
Anders als noch in den ersten 30 Minuten belohnte sich die HSG nun auch konsequent im Angriff: Jacobsen traf zum 16:10, anschließend erzielte Díana Magnúsdóttir ihr nächstes Tor. Die Konsequenz der Gäste setzte sich fort, als Elín Magnúsdóttir einen Ball stahl, eine Zeitstrafe gegen Bitolo zog und der folgende Angriff über Njinkeu erfolgreich abgeschlossen wurde. Die Rechtsaußen erhöhte die Führung wenig später sogar auf acht Treffer, ehe Kühne selbst eine Zeitstrafe kassierte.
Den Blomberger 5:0-Lauf unterbrach Schlegel mit dem erst dritten Metzinger Tor seit der Pause. Alexia Hauf, die Vegué abgelöst hatte, traf per Gegenstoß zum 19:12, woraufhin Hirsch ihre zweite Auszeit nahm. Mit dem Sieben-gegen-Sechs versuchten die TUSSIES, die Gäste unter Druck zu setzen, doch die HSG blieb auch davon unbeeindruckt. Metzingen ließ seine Chancen ungenutzt, während Kühne im Gegenzug erneut traf, Hübner eine Zeitstrafe kassierte und Njinkeu gleich doppelt an Torhüterin Weiss vorbei einnetzte.
Díana Magnúsdóttir erzielte anschließend den Treffer zur Zehn-Tore-Führung, doch die Blombergerinnen blieben weiter torhungrig: Njinkeu erhöhte auf 24:13. Nach einer weiteren Auszeit verkürzte Metzingen über Hübner, doch der Vorsprung pendelte sich bei neun Toren ein, als Kühne traf und Demmel direkt antwortete. Mit weiteren Treffern von Díana Magnúsdóttir und Jacobsen wuchs der Vorsprung erstmals auf elf Tore an. Vor allem das Tempospiel der HSG bekam Metzingen nicht mehr in den Griff.
Auch in der Schlussphase ließ die HSG nicht nach. Litvinov rückte in den Angriff, Jacobsen traf nach schöner Kombination mit Bucher zu ihrem dritten Treffer. Lepschi setzte mit ihrer elften Parade den Schlusspunkt. Dank einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause brachte die HSG den Auswärtssieg souverän über die Zeit und gewann in Tübingen mit 32:19.
Stimme zum Spiel
„Am Anfang hatten wir, wie in den letzten Spielen, wieder ein paar Fehlwürfe. Unsere Abwehr stand zwar gut, aber wir sind nicht konsequent ins Tempo gegangen. Das haben wir im Laufe des Spiels dann besser gemacht. Den Vorsprung haben wir uns anschließend nicht mehr nehmen lassen“, fasst Nieke Kühne den Auswärtssieg zusammen.
Aufstellungen:
TuS Metzingen: Weiß, Suba; Lindemann (1), Tröster, Klein, Franz, Schlegel (4), Goldammer, Sabatnig (1), Farkas, Demmel (3), Bitolo (4), Hübner (4), Van Vliet, Hübner, Cholevova (2)
HSG Blomberg-Lippe: Veith, Lepschi, Roth; Rüffieux, Jacobsen (3), D. Magnúsdóttir (5), Kühne (10), Mühlner (3), Vegué (3), Litvinov (2), Bucher, Hauf (2), E. Magnúsdóttir, Njinkeu (4)
Foto: Timon Peters