Kreis Höxter (red). „Der Mensch hinter den Schulden“ heißt das Motto der diesjährigen Aktionswoche der Arbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatung der Verbände, die vom 7. bis zum 11. Juni auch unter Coronabedingungen stattfinden soll. Die Schuldnerberater*innen der Diakonie Paderborn-Höxter e.V haben allein im Kreis Höxter fast 700 überschuldete Menschen beraten.

Hinter jedem dieser „Fälle“ stecken Menschen und Familien, überwiegend mit kleinem Einkommen aber mit großen Sorgen. Die Coronapandemie sorgt zusätzlich dafür, dass sich die wirtschaftliche Situation für Geringverdiener*innen aber auch für Gewerbetreibende verschärft. Einnahmeausfälle durch Kurzarbeit, Wegfall von Minijobs aber auch Einbruch oder völliger Wegfall von Einnahmen aus selbstständiger und freiberuflicher Tätigkeit führen zur Überschuldung bis weit in die Mitte der Gesellschaft oder verfestigen die bereits bestehende Überschuldungssituation.

„Wir erwarten in Kürze eine Vielzahl von Anfragen von Arbeitnehmer*innen und Kleingewerbetreibenden, vermutet Tanja Edwards, die zusammen mit Herta Deuermeier und Elke Harms in der Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonie an den Standorten Warburg und Höxter arbeitet. „Deshalb müssen die sozialen Schuldnerberatungsstellen mit mehr Personal ausgestattet werden.“ Kinder leiden unter der Schulden- und Armutssituation oft am meisten.

Durch die Pandemie wurden die Defizite an der sozialen Teilhabe für arme Kinder und Kinder aus überschuldeten Familien schlagartig deutlich. Fehlende technische Geräte, beengte Wohnverhältnisse, unzureichende Rahmenbedingungen für den Distanzunterricht und die Überforderung vieler Eltern mit bildungsfernem Hintergrund erschweren es den Kindern den Anforderungen der Schule gerecht zu werden.

Ein besonderes Problem für überschuldete Familien ist es auch, an preiswerten Wohnraum zu kommen. Ursache ist neben den hohen Mietpreisen nicht selten auch eine schlechte negative Schufa-Auskunft, die den Weg zum Mietvertrag verbaut. Dabei sagen Einträge in der Auskunftei oft gar nichts über die Zahlungsmoral aus. So kann es durchaus vorkommen, dass Kreditraten nicht gezahlt werden konnten, es aber nie Mietschulden gab.

Eine bezahlbare Wohnung gehört zu den Grundbedürfnissen eines Menschen. Daher müssen auch überschuldete Menschen trotz negativer Schufa-Auskunft eine Chance haben, eine Wohnung zu bekommen.

Die Schuldnerberatung der Diakonie Paderborn-Höxter plant in der Woche vom 7. bis zum 11. Juni Aktionen.

Luisa Roensch mit Ihrer Handpuppe Amadeus konnten für einen Film und Romina Becher für einen Poetry Slam zu dieser Aktionswoche gewonnen werden. Der Besuch der Homepage der Diakonie lohnt sich daher in dieser Zeit besonders. Die Adresse der Homepage lautet: https://www.diakonie-pbhx.de.

Foto: Diakonie